Wir helfen Ihnen gerne bei der Pflegeversicherung

Anträge zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit können jederzeit gestellt werden. Leistungen werden immer erst ab Antragstellung gewährt. Antragsvordrucke gibt es bei Ihrer Pflegekasse.

Wer ist pflegebedürftig?
Dies stellt aufgrund Ihres Antrages der Medizinische Dienst der Krankenkassen mit einem Gutachten fest. Je nach Pflegebedarf werden Sie in die Pflegestufe I, II oder III eingestuft und können Pflege und Hauswirtschaftliche Versorgung - von den Fachkräften der Sozialstation - bis zu den angegebenen Werten von € 450,- bis € 1.612,- in Anspruch nehmen. Auf Wunsch sind wir auch bei Ihnen, wenn der Medizinische Dienst Sie besucht.

Pflegestufe I:
Die unterste Pflegestufe I erhält nur jemand, der mindestens einmal täglich für anderthalb Stunden Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung benötigt. Der Pflegeanteil (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) muss dabei mehr als 50% betragen. Wer diese Pflegestufe I nicht erreicht, ist zur Abdeckung seines Pflegebedarfs weiterhin auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen oder muss die Kosten für eine Pflegekraft selbst bezahlen.

Pflegestufe II:
Die Pflegestufe II erfordert einen Pflegebedarf dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten und zusätzlich hauswirtschaftliche Versorgung von zusammen mindestens drei Stunden täglich. Der Pflegebedarf muss hier mindestens 2 Stunden täglich betragen.

Pflegestufe III:
Die Pflegestufe III sieht einen Pflegebedarf am Tag und in der Nacht und hauswirtschaftliche Versorgung von zusammen mindestens fünf Stunden täglich vor, wovon mindestens vier Stunden auf die Pflege entfallen müssen. Seit der Änderung der Begutachtungsrichtlinien wird verlangt, dass der nächtliche Bedarf jede Nacht vorliegt. In der Regel dauert für den medizinischen Dienst die Nacht von 22 bis 6 Uhr. Gesetzeskommentare weisen allerdings darauf hin, dass die persönlichen Gewohnheiten bestimmen, wann die Nacht beginnt und endet.

Härtefall:
Selten wird ein Härtefall anerkannt. Hierzu muss ein Pflegeaufwand von mindestens 7 Stunden täglich bestehen, wovon mindestens zwei Stunden in der Nacht anfallen müssen.
Zu welcher Pflegestufe Sie gehören, stellt der Medizinische Dienst der Krankenkassen in einem Gutachten fest.

Die Sozialstation rechnet die für Sie erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.

Mehr Unterstützung für demenziell erkrankte Menschen
(anerkanntes niederschwelliges Betreuungsangebot gemäß § 45b-c SGB XI)
Für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im ambulanten Bereich - dazu gehören zum Beispiel viele demenziell erkrankte Menschen, aber auch psychisch kranke und geistig behinderte Menschen - gibt es höhere Leistungen. Die Betroffenen erhalten bis zu 104 Euro (Grundbetrag) oder bis zu 208 Euro (erhöhter Betrag) monatlich. Die Kriterien für die Zuordnung zum Grundbetrag oder zum erhöhten Betrag legen die Spitzenverbände der Pflegekassen im Rahmen von Richtlinien fest.
Auch demenziell erkrankte Menschen mit einem geringen Pflegebedarf, die noch nicht die Voraussetzungen der Pflegestufe I erfüllen, aber Betreuungsbedarf haben (so genannte "Pflegestufe 0") können erstmals diese Leistungen erhalten.

Wer pflegt?
Sozialstation (Sachleistungen)

  • Der Einsatz unserer Pflegekräfte entlastet Sie von schwierigen und belastenden Pflegesituationen in der Familie.
  • Wir haben jahrelange Erfahrung in der häuslichen Pflege und verfügen über fachlich hervorragend ausgebildetes und geschultes Personal.
  • Wir beraten Sie in allen Angelegenheiten der Pflege, geben Ihnen Tipps bei Finanzierungsproblemen und vermitteln Ihnen auch andere Dienste.

Pflegepersonen aus der Familie oder der Nachbarschaft (Geldleistungen)
Wenn Sie keine Fachpflege von der Sozialstation benötigen, kann die Pflege auch durch Angehörige, Nachbarn oder Freunde erfolgen. Sie erhalten je nach Pflegestufe dafür ein Pflegegeld, das geringer ist als die Kostenerstattung für eine Pflegekraft. Denken Sie bitte daran, dass Sie einen Pflegeeinsatz (Pflegeberatungsbesuch) je nach Pflegestufe, viertel- oder halbjährlich, z.B. durch unsere Sozialstation nachweisen müssen.

Kombinierte Pflegeleistungen (Sach- und Geldleistungen)
Sie können sich auch für eine kombinierte Pflegeleistung entscheiden; z.B. 50% Fachpflege von der Sozialstation und 50% Pflegegeld für familiäre Pflege. Die Pflegeperson, die Sie mindestens 14 Stunden in der Woche nicht erwerbsmäßig pflegt, wird in die Renten- und Unfallversicherung einbezogen.

Wir stehen Ihnen zur Beantwortung aller Fragen über die Pflegeversicherung jederzeit zur Verfügung. Wir arbeiten gemeinnützig!